Star Wars: Die letzten Jedi

Sonntag, 31. Dezember 2017


Kinostart: 14.12.2017, Dauer: 152 Minuten, Gerne: Science-Fiction-Film, FSK: ab 12, Fillmverleih: Walt Disney, ★★★★★ 5 von 5 Sternen

F E S S E L N D ,  A U F R E G E N D  U N D  D E F E N I T I V  K E I N E  M I N U T E  Z U  L A N G

"Der Weg ist ein anderer, als Du ihn Dir vorgestellt hast."

Dieses Zitat aus dem Film beschreibt ganz gut, wie es mir mit "Star Wars: Die letzten Jedi" ging. Der Film verlief völlig anders als ich es erwartet habe und hat mich an wirklich vielen Stellen überrascht und das durchweg positiv!
Den Film haben Renate und ich kurz vor Weihnachten gemeinsam gesehen, in 3D und dieses Vormat möchte ich jedem hier nahelegen, der sich den Film noch ansehen möchte. Wir haben uns entschieden, dass ich den Beitrag zum Film schreibe, da einerseits Renate grad genug anderes mit dem Blog zu tun hat und andererseits ich mich als den größeren Star Wars Nerd bzw. Fan von uns beiden bezeichnen würde.
Zu Beginn möchte ich nun erstmal meine Warnehmung des Films mit euch teilen. "Star Wars: Die letzten Jedi" ist einfach gut gemacht! Der Film sieht zu keinem Zeitpunkt unnatürlich aus und alles wirkt greifbar. Dies liegt vor allem daran, dass wie schon bei seinem direkten Vorgänger wieder mehr auf gebaute Sets gesetzt wurde anstatt alles per Computer zu bauen wie bei Episode I-III. Außerdem fängt der Film wieder gut die Optik der ursprünglichen Trilogie ein ohne dabei aber auf die heutigen technischen Möglichkeiten nur ansatzweise zu verzichten.
Bezüglich der Handlung möchte ich natürlich nicht zu viel verraten, nur so viel wie ihr euch vielleicht schon aus den Trailern zusammenreimen könnt. Rey geht in die Ausbildung bei Luke und diese ist wirklich toll insziniert. Der Planet ist eine tolle stimmungsvolle Kulisse und die natürlichen Bewohner bringen eine Menge Witz in den Film. Der Wiederstand ist auf der Flucht vor der Ersten Ordnung und diese ist wirklich spannend und voller Wendung. Sie bildet außerdem den Kernpunkt des Films. Der Handlungsstrang von Finn hat bei vielen für etwas Unmut gesorgt und wird in vielen Reviews als unnötig bezeichnet. Ich kann mich dem aber nicht anschließen. Natürlich zieht er den Film in die Länge, doch trägt er auch stark zur Tiefe der Welt von Star Wars bei und dem kann ich eine Menge abgewinnen. Außerdem bringt er eine interessante Sichtweise des Konfliktes in den Film die sich auch in unsere Welt übertragen lässt. Gegen Ende haben sich die Ereignisse nur so überschlagen und viele Dinge kamen so, dass sie mich mit offenem Mund zurückließen.
Der Film hat es geschafft die Karten für die letzte Episode der Trilogie völlig neu zu mischen und ich bin sehr gespannt wie sich die Handlung noch entwickelt und zum Abschluss kommt.
Abschließend bleibt als Ausblick nur eins zu sagen:

"Wir sind der Funke, der das Feuer entfacht, dass die Erste Ordnung vernichten wird."

Wir können gespannt sein wie es dazu kommt.

2017 | ein Jahr in Büchern

Samstag, 30. Dezember 2017


Hallo! Ich habe lange überlegt ob ich dieses Jahr einen Rückblick meines Lesejahres veröffentlichen soll, vor allem, da es das schlechteste Lesejahr war das ich je erleben dürfte.
Das Jahr startetet mit einem kleinen Büchlein das mir überhaupt nicht gut gefallen hat und ab diesem Moment ging es nur abwärts.
Ich habe mir vorgenommen, 32 Bücher dieses Jahr zu lesen, geschafft habe ich nur 27. Von diesen Büchern konnten mich nur wenige richtig begeistern. Andere haben mich auch komplett enttäuscht, denn ich hatte mehr von ihnen erwartet. Während andere einfach zur falschen Zeit gelesen wurden, und ich mich deswegen entschieden habe ihnen noch eine Chance zu geben.
Es war ein sehr durchwachsenes Jahr, das mit einem Flop gestartet hat und mit drei anderen geendet hat. 2017 lässt mich einer sehr tiefen Leseflaute zurück, wie ich sie noch nie hatte. 

M E I N E   H I G H L I G H T S     2 0 1 7


Das Jahr wurde mehr oder weniger von sechs unglaublichen Bücher geprägt, die mich bis heute immer noch nicht losgelassen haben. Bücher, die ich ins Herz geschlossen habe und die mich stark begeistert konnten. Die mir etwas neues darstellen konnten und mich für das Neue begeistern konnten. Die Rede ist von...

The Girls von Emma Clines ist das Buch, dass mich so in seinen Bann gezogen hat wie es seit langem kein Buch mehr geschafft hat. Ein Meisterstück der Literatur, das mich für die Gegenwartsliteratur einmal mehr begeistern konnte. 

Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories von Chimamanda Ngozi Adichie ist auch eines dieser Bücher, das man mit das Buch bezeichnen kann, denn es ist das Buch, das mich für die Feministische Literatur begeistern konnte. Der Anfang einer Passion für die ich heute brenne.

Als ich The Girl Before von J P Delaney startete war ich sehr skeptisch, aber irgendwie rief dieses Buch ständig nach mir, um es zu lesen. Eine Anziehungskraft, wie ich seit Jahren bei keinem Buch mehr erfahren durfte. Ein Buch, das mir auch heute noch, wenn ich das Cover sehe, das Herz schneller schlagen lässt. 

Untenrum frei von Margarete Stokowski ist auch das Buch. Das Buch das mich, so wie The Girls noch einmal mehr begeistern konnte, dieses mal für die Feministische Literatur. Eine Literatur aus der wir Frauen vieles zu lernen haben. Das Buch von Margarete Stokowski ist eine weitere Lektion die wir alle gelernt haben sollten.

Ich durfte selber an meiner eigenen Haut erfahren, wie sich Rassismus anfühlt. Wie der Hass anderer Menschen aufgrund deiner Herkunft anfühlt, aber Gott, hilf dem Kind von Toni Morrison hat mir einmal mehr gezeigt welchen Ausmaß dieser Hass annehmen kann und welche Kraft benötigt wird  um damit umgehen zu können. 

Carrie von Stephen King war mein zweiter King Roman und ein Kracher! Ein Buch das mich total begeistern konnte. Ein spannender Klassiker der Horror Literatur!

Zeigt Gesicht! ist ein kleines, dünnes Buchlein der großen Worte, dass ich gleich als ich es entdeckte auch gekauft habe. In den wenigen Seiten verstecken sich harte Wahrheiten über die Menschheit aus denen jeder etwas zu lernen hat.

B Ü C H E R   V O N   D E N   I C H   M E H R   E R W A R T E T   H A B E



Auf die Veröffentlichung dieser Büchern habe ich ungeduldig gewartet und ich habe große Hoffnungen in deren Geschichten gesetzt. Dies sind die Bücher, die ich bis zur letzten Seite gelesen habe, in der Hoffnung auf das gewisse Etwas das sie zu einem Highlight meiner Lesekarriere machen würde. Hochgelobt von allen Seiten, nur nicht von den Lesern, gingen diese Bücher nach dem Lesen unter und die Geschichten verloren sich in Vergessenheit. 

B Ü C H E R   D E N E N   I C H   N O C H   E I N E   C H A N C E   G E B E N   W E R D E


Vielleicht zur falschen Zeit gelesen oder vielleicht tatsächlich nichts für mich. Diese Bücher die ich in 2017 angefangen habe zu lesen aber doch abgebrochen habe, werde ich demnächst eine weitere Chance geben. Mit deren Geschichten von der erste Seiten anfangen, in der Hoffnung, das sie mich  bis zur letzten Seite begeistern können.

Natürlich sind das nicht alle Bücher die ich im Jahr 2017 gelesen habe, nicht alle haben verdient in einer der oberen Kategorien zu landen. Aber das muss nicht unbedingt heißen, dass diese mich nicht begeistert oder sogar enttäuscht haben.

Welchen Bücher konnten euch im 2017 begeistern? Oder welche Bücher waren dieses Jahr für euch eine Enttäuschung?

Babylon, Grand Hotel und Lola

Montag, 4. Dezember 2017

"Kein gutes Buch oder irgendetwas Gutes zeigt seine gute Seite zuerst."
    Thomas Carlyle


Kurz & Knapp ist die Kategorie in dem ich euch ab jetzt regelmäßig Bücher die ich gelesene haben aber mir nicht den Stoff für eine längere Rezension geboten haben vorstelle. Bücher die mich mal mehr, mal weniger überzeugen könnten, aber ich nichtsdestotrotz euch vorstellen möchte - ohne viele Wörter darüber verlieren zu müssen. An sich finde ich dieser Form der Besprechung sehr angenehm. Ich kann euch meinen Eindruck vermitteln und für mich versuchen, ganz knackig zu formulieren, was mir gefallen hat oder eben auch nicht...


Babylon von Yasmina Reza*

Ein Buch über einen Mord, der lange auf sich warten lässt und eher sich mich unwichtigen Nebenerzählungen beschäftigt. Als ich dachte, dass das Buch doch noch Fahrt aufnimmt, starb der letzte Funken Hoffnung, brutal ertrunken in Erzählungen zum Thema Vorhänge. Ein Roman, der trotz dem einladenden Klappentext, sich als ein große Enttäuschung für mich herausstellte.


Grand Hotel Angst von Emma Garnier*

Die Intention der Autorin, einem alten leerstehenden Hotel, das tatsächlich existiert hat, wieder ein bisschen Leben einzuhauchen endete mit Anarchie. Grand Hotel Angst bietet eine ausgelaugte Geschichte ohne jegliche Art von Grusel. Viel mehr kam es mir so vor, als würde die Autorin überhaupt keine Ahnung haben was sie eigentlich mit der Geschichte erreichen wollte, ob es ein Krimi, Thriller, Horror oder Drama werden soll. Mann findet ein Gewirr an Genres und ein Ende ohne Hand und Fuß vor.


Lola von Julia Estève*

Die Protagonistin, ein junge Frau die sich durch das Leben - und Paris - vögelt und  an deren Füßen einen großen Anzahl an Männern liegt. Um nichts weiteres geht es mehr oder weniger in diesem kurzen Büchlein. In keinem Buch habe ich je so viel Frust und Selbsthass und das ohne jegliche Entwicklung oder Lösung der Charaktere erlebt. Eine grobe Beleidigung an alle Frauen und das weibliche Geschlecht!

Vielleicht geht es euch genauso oder habt ihr eine der Bücher geliebt?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

*Vielen Dank an den Hanser, Penguin und Rowohlt Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

American War von Omar El Akad

Sonntag, 26. November 2017


Original: "American War"/2017, S. Fischer Verlag*, 448 Seiten, gebunden, Übersetzer/-in: Manfred Allié, Gabriele Kempf-Alliém, ★★★★☆ 4 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch oder eBook

'American War' - das Buch der Stunde. 'Ein gewaltiger Roman', schreibt die renommierteste Literaturkritikerin der USA, Michiko Kakutani. Ein Roman über den nächsten amerikanischen Bürgerkrieg und das dramatische Schicksal einer Familie. Was wird sein, wenn die erschütternde Realität der Gegenwart - Drohnenangriffe, Folter, Selbstmordattentate und die Folgen von Umweltkatastrophen - mit aller Gewalt in die USA zurückkehrt? Vor diesem Hintergrund entfaltet Omar El Akkad mit großer erzählerischer Kraft den dramatischen Kampf der jungen Sarat Chestnut, die beschließt, mit allen Mitteln für das Überleben zu kämpfen. 'American War' ist in den USA ein literarisches Ereignis, das schon jetzt mit Cormac McCarthy 'Die Straße' und Philip Roth 'Verschwörung gegen Amerika' verglichen wird.


B E Ä N G T I G E N D,  R Ü T T E L N D,  M I T R E I S E N D


American War ist ein dystopischer Roman über den nächsten amerikanischen Bürgerkrieg, der von seiner Handlung her nicht besonders abwegig erscheint.
Der Roman punktet mit einem spannenden , teilweise brutalen und sehr erschreckenden Setting, denn er spielt weit genug in der Zukunft, dass es vorstellbar ist, dass die allgemeine Umweltverschmutzung auf grausame Weise seinen Tribut fordert, jedoch nicht weit genug um den Leser davon überzeugen zu können, dass es einen selbst nicht betreffen wird. Somit wirkt die Story sehr glaubhaft und der Autor schaffte somit, dass ich mich währen der ganze Lektüre sehr unwohl fühlte und der ein oder andere Schauer über meinen Rücken lief. 
Der Roman stellt den Leser vor eine erschreckende Zukunft die er sich auch vorstellen kann. Hunger, Flüchtlingslager, bombenwerfende Drohnen, Folter, Selbstmordattäter, Terrorismus, ein ganzes Spektrum an Grausamkeit und Brutalität.
American War ist kein Roman den man mal nebenbei lesen kann. Dafür ist die Thematik zu heftig. Man gerät beim Lesen des öfteren ins Stocken und eine Pause von dem Grauen wird benötigt. 
Der Schreibstil  ist flüssig, leicht und verständlich. Zu Beginn des Buchs war es etwas schwierig zu verstehen wer jetzt gegen wen und warum Krieg führt, mit der Zeit verschwinden diese Linien aber und der Autor zeichnet ein klares und erschreckendes Bild über ein Amerika im Jahr 2075.


Der Roman begann erst kurz nach den ersten 100 Seiten richtig interessant zu werden. Ich hatte das Gefühl, dass die vorherigen Seiten vom Autor benötigt wurden um das Schreckensszenario aufzubauen und dem Lesern begreiflich zu machen. Für mich zieht sich dieser Teil etwas langsam dahin und dadurch wurde meine Vorfreude auf das Buch etwas gedämpft. Die Zeit mit Sarah im Flüchtlingslager bewies sich dann als spannender. Nichtsdestotrotz, mit zunehmender Lesedauer erscheinen mir die Figuren mehr und mehr als Mittel zum Zweck für die düsteren Zukunfstvisionen des Autors. Mir fehlte die Bindung zu den Protagonisten.
Dennoch hat American War es geschafft mich zu berühren und mich zum Nachdenken anzuregen. Dem Autor gelingt es hervorragen ein sehr düsteres und erschreckendes Zukunftsbild zu beschreiben. Man kann sich das zerrüttete Amerika und die ständig lauernde Gefahr die im Buch dargestellt wird sehr gut vorstellen und verfolgt deshalb fasziniert den Verlauf der Handlung. Das was im Buch beschrieben wird scheint gar nicht so abwegig wie man es eigentlich von einer Dystopie kennt und deshalb hat man beim Lesen das ungute Gefühl, dass es tatsächlich dazu kommen könnte.
Wenn man die Entwicklung Amerikas im Moment verfolgt, kommt es oft beim Lesen vor, dass man denkt, dass das was Omar El Akad in seinem Buch beschreibt gar nicht mehr so weit in der Zukunft liegt.  Für die eine oder andere Katastrophe wurden die Wege ja schon mehr oder weniger gelegt. Man möchte fast beten, dass dies nicht so eintrifft.
Ein Roman der mich trotz seinem schweren Start, den gelegentlichen Längen und der kalten Beziehung zu den Charakteren, sehr bewegt und sehr nachdenklich zurückgelassen hat. Von daher kann ich das Buch nur Empfehlen. Denn letztendlich genau wie bei jedem Buch das ich hier empfehle, muss sich jeder eine Meinung für sich bilden.


* Vielen Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Wein und Haschisch von Charles Baudelaire

Sonntag, 19. November 2017


Original: "Du vin et du haschisch"/1851, MANESSE Verlag*, 228 Seiten, Übersetzer/-in: Melanie Walz, gebunden, ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch oder eBook

E I N   K L E I N E R   L I T E R A R I S C H E N   G E N U S S


Wer Charles Baudelaire ausschließlich als Verfasser der dunkel-brillanten Gedichte aus «Die Blumen des Bösen» kennt, lässt sich ein wahres Lesevergnügen entgehen. In seinen geist- und pointenreichen Essays vergleicht Baudelaire die unterschiedlichen – und nicht gleichermaßen empfehlenswerten – Wirkungen von Wein und Haschisch, gibt jungen Schriftstellerkollegen Tipps zum Umgang mit Gläubigern, schildert seine Begeisterung nach der ersten Aufführung einer Wagner-Oper in Paris oder erteilt Ratschläge, wie man das Glück in der Liebe finden kann. In dieser exklusiven Zusammenstellung in Neuübersetzung begegnet uns der feinsinnige Ästhet als ironischer Lebenskünstler, als hellsichtiger Literaturkritiker und als wortmächtiger Protagonist der Pariser Boheme. 



Wein und Haschisch, ist eine kleine Sammlung von Essays die teilweise zu Lebzeiten Charles Baudelaures erschienen. Der provokante Titel des Buches erweckte in erster Linie meine Aufmerksamkeit, aber nicht nur. Auch das kleine Bändchen, welches mit bordeauxrotem Samt und goldenen Folien verziert ist, versprach einen literarischen Genuss.
Die Zusammenstellung der Essays ist harmonisch und ausgewogen. Dabei geht es, wie schon im Titel angedeutet, um Wein und Haschisch, aber auch um andere Thematiken, wie Liebe, Musik, Gott und die Welt und nicht zu vergessen Flauberts Emma. Insgesamt sechs Essay zu verschiedenen Themen, die allesamt etwas mit Sucht und Genuss zu tun haben.


Ich lese sehr gerne und philosophiere selber in eigenen Kreisen über das Leben und die Welt. Diese kleine Sammlung an Essays war für mich eine sehr abwechslungsreiche und erfrischende Lektüre, die mir vielen Stoff zum Nachdenken geboten hat. In einem lockeren Schreibstil philosophiert Charles Baudelaire über ein unterhaltsames und anregendes Repertoire an Themen und das zu lesen ist ein wahres Erlebnisse für Befürworter von Philosophie.
Nach Beendung dieses Bändchen hat man viel über Gott und die Welt nachzudenken.
Wein und Haschisch sollte im Regal jeder Literaturliebhaber zu finden sein und es eignet sich perfekt als Geschenk für alle, die die Freude an Musik, Literatur oder anderen berauschenden Genüssen des Lebens zu schätzen wissen.


* Vielen Dank an den MENASSER Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Wie viel sollte ich am einen Tag lesen?

Samstag, 18. November 2017


Laut einem Artikel des Time Magazine aus dem Jahr 2014 lesen die Amerikaner nur 19 Minuten pro Tag. Diese Statistik stammt aus einer Studie der Bureau of Labor Statistics aus den Vereinigten Staaten. Laut dieser Studie lesen jüngere Amerikaner, im Alter von 25 bis 34, nur vier Minuten am Tag - während amerikanische Erwachsene über 75, jeden Tag bis zu einer Stunde lesen.

Als Literaturliebhaberin, bin ich der Meinung, dass die ideale Zeit, die man jeden Tag mit Lesen verbringen müsste, grundsätzlich jede Minute ist. Aber das ist ziemlich unrealistisch, da wir noch daran denken müssen, dass wir Rechnungen zu bezahlen haben und dafür arbeiten gehen müssen, essen müssen, Wäsche waschen und so weiter und sofort. Daher bin ich der Meinung, dass man mindestens so viel Zeit mit Lesen verbringen soll wie einem zur Verfügung steht. Und das ist mit Sicherheit mehr als vier Minuten am Tag, egal wie beschäftigt man ist. Aber abgesehen von den nationalen Statistiken und persönlichen Vorlieben, gibt es tatsächlich eine von der Wissenschaft unterstützte Anzahl an Minuten, die man jeden Tag lesen sollte. Schließlich wissen wir bereits, dass Lesen hilft. Es verbessert das Gedächtnis und  die kognitiven Funktionen, erhöht die Empathie und reduziert Stress, verbessert die sozialen Fähigkeiten und nicht nur Ihre Intelligenz wird erhöht, sondern auch Ihre Lernfähigkeit. Um diese Vorteile zu genießen, braucht man bestimmt mehr als vier Minuten am Tag.

Es können auch nur 30 Minuten pro Tag sein.

Als Teil der jährlichen Health and Retirement Study der University of Michigan untersuchten die Forscher, wie viele Stunden pro Woche Probanden - über 3.600 Männer und Frauen über 50 - jede Woche lesen. Auf der Grundlage ihrer Antworten stellten die Forscher fest, dass Personen, die nur 30 Minuten pro Tag lesen, durchschnittlich zwei Jahre länger leben als ihre Altersgenossen, die dies nicht taten.

Aber, dass waren 30 Minuten pro Tag, über mehrere Jahre.

Die Studie wurde über einen Zeitraum von 24 Jahren durchgeführt. Sie können also nicht jeden Tag 30 Minuten lesen und erwarten, dass sie automatisch zwei Jahre länger leben werden. Um diesen Ziel zu erreichen, müssen sie jeden Tag 30 Minuten - oder zumindest fast jeden Tag - lesen für mindestens 12 Jahre. Besser beginnen Sie ihren Stapel an ungelesenen Büchern abzuarbeiten.

Und es gibt noch einen weiteren Vorbehalt: was Sie lesen, ist wichtig!

In der Tat zeigte dieselbe Studie, dass der Nutzen dieser 30 Minuten nur bei Personen beobachtet wurde, die Belletristik, Sachbücher, Gedichte oder literarische Prosa gelesen haben. Die Probanden die nur Zeitungen oder Zeitschriften gelesen haben, haben schlechter abgeschnitten.

Die Geschwindigkeit, mit der Sie lesen, könnte auch wichtig sein.

In einem Artikel aus dem Jahr 2012 zitierte Brett Nelson, ein Mitwirkender des Forbes-Magazins, einen von Staples gesponserten Speed-Reading-Test, der zeigte, dass der durchschnittliche amerikanische Leser 300 Wörter pro Minute liest, ohne auf Verständnis zu verzichten. Diese Zahl hat er dann in verschiedene Medien aufgeteilt: Zeitungen und Blogs, Zeitschriften, Bücher, E-Mails und Texte. Betrachtet man die Zahlen, argumentiert Nelson, so stellt man fest, dass ein Leser, der Texte mit durchschnittlich 300 Wörtern pro Minute liest, jeden Tag zwei Stunden für seine tägliche Menge an Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und anderen geschriebenen Texten braucht. 

Die Regel sind jedoch für Jugendlichen unterschiedlich. 

Eine Liste von Hinweisen der Universität in Albany empfahl, dass Kinder durchschnittlich Zwischen 15 und 20 Minuten pro Tag lesen sollten. Die Idee dahinter ist, dass Kinder so ihre Lese- und Lernausdauer aufbauen.

Die Moral der Geschichte: jeden Tag lesen!

Egal, ob es 30 Minuten pro Tag oder mehr als zwei Stunden sind, der Schlüssel ist, jeden Tag in einem Buch zu lesen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Verbesserung der Intelligenz und des emotionalen Intelligenzquotienten, Stressreduktion und eine durchschnittlich längere Lebensdauer der Leser gegenüber den Nicht-Lesern. Was bedeutet, dass Sie noch mehr Zeit zum Lesen haben werden. Für mich hört sich nach einer Win -Win- Situation an.

New York von Megan Hess

Freitag, 6. Oktober 2017


Original: "New York Through a Fashion Eye" / 2016, Prestel Verlag*, 208 Seiten, gebunden, Übersetzer/-in: Christine Schnappinger,  ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch

E R L E B E   N E W   Y O R K   À   L A   C A R R I E   B R A N D S H A W

Spätestens seit der Kultserie »Sex and the City« ist klar, dass für It-Girls (und solche, die es werden wollen) an New York kein Weg vorbeiführt. Ob auf der Fashion Week, in den neuesten Hotspots oder direkt auf der Straße: Im Big Apple werden Trends gesetzt, die sich auch jenseits des großen Teichs in Windeseile durchsetzen. Kein Wunder also, dass die Stadt, die niemals schläft, zu den absoluten Traumzielen von Fashionistas aus aller Welt zählt. Für den perfekten Überblick in der Style-Metropole hat Megan Hess einen ganz besonde-ren Guide zusammengestellt: Mit launigen Illustrationen verrät die gefragte Modezeichnerin ihre persönlichen Lieblings-Locations in den Shopping-Areas uptown und downtown. Darunter finden sich nicht nur die großen Namen der internationalen Mode- und Designszene, sondern auch so mancher Insidertipp, der in keinem anderen Reiseführer verzeichnet ist. Und weil selbst die hartgesottenste Shopping-Queen irgendwann mal eine kleine Pause braucht, gibt es neben den besten Einkaufsadressen auch jede Menge Tipps für hippe Bars, Cafés und Restaurants, Hotels mit traumhaften Spas oder entspannende Spaziergänge durch den Park.


New York ist eine abenteuerliche literarische Reise in die Stadt die niemals schläft. Das Buch ist zauberhaft illustriert und voller Informationen die einen in den Kosmos des New York Lebens à la Carrie Brandshaw einführen. Es macht Spaß, gerade deshalb weil es einem das gehobene Leben in New York so nahe bringt und uns die Zeit voller Intensität und Phantasie erahnen lässt.
Es bereitet einem eine ausgesprochene Freude in diesem Buch zu blättern, um sich entweder auf den nächste Besuch in der Stadt die niemals Schläft vorzubereiten oder einfach so zwischen durch. Die knappe Ausführung und die klare Aufteilung macht New York zu dem perfekten Buch für schnelle Informationen.


Spätestens nach dem man diese interessante Einladung in Form eines Buches gelesen hat, beschließst man nach New York muss man unnedingt hin. Die tollen Illustrationen bringen den Leser New York zum greifen nah, wenn man die Augen schließt, sieht man die von Leben pulsierende Stadt vor sich. 
In den vier Hauptkapiteln gibt es so unfassbar viele Insidertipps, die allesamt bezaubern illustriert sind. 
Eine erfrischende und lebhafte Reise, perfekt für diejenigen von euch, die die Stadt wie eine Carrie Brandshaw erleben wollen. Aber auch das perfekte Geschenk für wirkliche Fans der Stadt oder des Lifestyle-Gefühls.

* Vielen Dank an den Prestel Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Sag kein Wort von Raphael Montes

Montag, 2. Oktober 2017


Original: " Dias perfeitos"/ 2014, Limes Verlag*, 320 Seiten, Übersetzer/-in: Kirsten Brandt,gebunden mit Schutzumschlag, ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch oder eBook

E I N   B R I L L I A N T E R   T H R I L L E R 

Téo Avelar ist Einzelgänger. Er hat nur wenige Freunde, und am wohlsten fühlt er sich im Seziersaal. Echte menschliche Gefühle bringt er nur für sein dortiges Studienobjekt auf – bis er Clarice begegnet. Téo ist davon überzeugt: Sie ist die Frau seines Lebens. Er beginnt, sie zu verfolgen, macht ihr Geschenke, ist geradezu besessen von ihr. Als Clarice ihn abblitzen lässt, greift Téo zu extremen Mitteln, um ihre Zuneigung zu gewinnen: Er entführt sie, hält sie gefangen. Nichts und niemand soll seinem glücklichen Leben mit Clarice in die Quere kommen ...


Wow! Mit diesem einzigen Wort habe ich das Buch nach der letzten Seite zugeklappt. Um etwas von Anfang an klar zu stellen, dieses Buch ist nichts für jemanden mit schwachen Nerven. Ich persönlich empfinde die Thematik Stalking ein sehr spannendes und interessantes Thema, deshalb zog mich das Buch in erster Linie auch sehr an. 
Der Anfang geht sehr schnell, der Leser wird schnell in die Geschehnisse eingeführt und lernt die Protagosniten kennen. Keiner der Protagonisten ist mir sympathisch geworden. Obwohl der Hauptprotagonist Téo am Anfang auf mich keinen gefährlichen Eindruck gemacht hat, eher den einer bizzaren, absonderlichen Persönlichkeit, ist mir das Gegenteil bewiesen worden. Ich würde den Téo, unseren Protagonist auch nicht gleich als das Böse in Person bezeichnen, aber er erwies sich letztendlich auf jeden Fall als eine Person, die ich nicht gerne in meinem Umfeld haben würde. 


Sag kein Wort macht dann genau so rasant weiter, wie von Anfang an gewohnt, ein Horrorszenario folgt auf das nächste und man fliegt einfach durch die Seiten. Oft ist man über die Geschehnisse schockiert und ein Schauer läuft einem den Rücken runter. Das Buch ist nicht sehr dick aber dafür passiert eine Menge. Allerdings durch die minimale Anzahl an Protagonisten kann man das Buch einfach auf sich wirken lassen, ohne viel nachdenken zu müssen. 
Der flüssige Schreibstil und die spannenden Szenen tragen dazu bei, dass es dem Leser schwer fällt das Buch aus der Hand zu lassen. Die Kapitel haben die perfekte Länge, so das man sich immer sagen kann, dass man nur noch einens schnell lesen möchte bevor man in die Realität zurückkehrt. 
Das Ende übertraf dann aber meine Vorstellungskraft und trat mit einem wahnsinnigen Überraschungseffekt auf mich. So war ich mir sicher, dass in diesem Buch eine geniale Menge an Fantasie und Irrsinn steckt, die meiner Meinung nach zu einem Thriller dazugehören muss.
Sag kein Wort ist absolut kein Buch für schwache Herzen, allerdings ein wahres Erlebnis für Thriller Fans.

* Vielen Dank an den Limes Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Buchpassion | Liebliengsautorinnen und -Autoren

Freitag, 29. September 2017


#Buchpassion ist eine gemeinsame Onlineaktion veranstaltet von Janine von Kapriziös für Autoren, Blogger, Leser und Unternehmen der Buchbranche wie beispielsweise Verlage. Jeder kann mitmachen und das auf unterschiedlichste Art und Weise! Das großes Ziel der Aktion ist Nicht- oder Wenigleser auf Bücher und das Lesen aufmerksam zu machen, aber auch von dem einem oder anderen Buch oder Autor zu begeistern.
Herzstück von #buchpassion ist die Blog- und Webseitenparade und die unterschiedlichen Artikel zum Motto der Aktion, Lieblingsautorinnen und -autoren. 

Nachdem ich schon letzten Jahr diese Aktion gespannt verfolgt habe, habe ich mich dieses Jahr spontan entschieden mitzumachen. Wie schon oben erwähnt steht die Aktion dieses Jahr im Zeichen der Lieblingsautoren, so das ich euch in den nächsten Zeilen meinen Liebliengsautor vorstellen werde. Aber natürlich bin ich auch sehr gespannt darauf, über was meine Blogkollegen so bloggen werden. Eine Liste der Teilnehmer findet ihr bei Kapriziös auf dem Blog. Eine weitere gute Gelegenheit  andere Literaturliebhabern zu entdecken und Literaturliebe zu teilen.

Für mich gibt es nur DEN einen Autor zu dem ich immer greifen würde, unabhängig von meinen Stimmungen und Launen und das ist der Meister der Grauens, Stephen King. 
Ich werde hier keine Komplattbiographie von King wieder geben, dass kann jeder für sich selber nachlesen und sich darüber informieren. Mir geht es um meine persönlichen Hintergründe und wie es zu den King- Phänomen kam, dem ich schließlich nach Jahren auch verfallen bin. 


Stephen Edwin King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine geboren. Sein Vater, Donald King und seine Frau Nellie Ruth hatten zwei Jahre zuvor Kings älteren Bruder David gleich nach der Geburt adoptiert, da es den Anschein hatte, dass sie keine Kinder bekommen konnten. 1949 ging Kings Vater buchstäblich mal eben Zigaretten holen und wurde nie wieder gesehen, wenngleich seine Frau schwört, ihn Jahre später in einer Nachrichtensendung als Söldner im Kongo erkannt zu haben. Heute vermutet King, dass sein Vater tot ist, da ihn sonst der Reichtum seines Sohnes angelockt hätte. In seiner Kindheit sieht sich Stephen häufig Fantasy und Science-Fiction Filme im Kino an. Diese Filme prägen seine Vorliebe für Horrorgeschichten. Damals ist Stephen ein schwerfälliges, unsicheres Kind, das ständig Angst hat, sich lächerlich zu machen. In Mittelpunkt seiner drei Romane Amok, Carrie und Christine stehen ausgegrenzte Heranwachsende voller Komplexe, die Probleme mit dem anderen Geschlecht haben.
Kurz danach entdeckt Stephen auf dem Dachboden seines Hauses einen Karton mit Science-Fiction- und Horrorbüchern, die seinem Vater, einem Hobbyschriftsteller, gehört hatten, sowie Erzählungen, die dieser verfasst hatte. King berichtet später, dass dies für ihn wie eine Offenbarung gewesen sei.


In seiner seit über 40 Jahren andauernden Karriere als Schriftsteller hat Stephen King ein schier unendliches Universum erschaffen. Er spielt mit Dimensionen die ich von keinem anderen Autor in diesen Maßen kenne. Dimensionen durch die man gleichzeitig, fasziniert, entsetzt, angeekelt und berauscht wird. Stephen King war meiner Meinung nach der erste Autor der ganz geschickt das Grauen in die Normalität und in den Alttag geholt hat. Er schafft gewöhnliche Lebewesen und Gegenstände aus dem Alltag jedes Menschen sehr sehr böse werden zu lassen, was oftmals viel gruseliger ist als ein Serien- oder Maßenmörder. Somit schafft er, dass man sich nicht mehr wohl fühlt in seiner eigenen Haus. Ich bin oft schockiert, zum Teil wegen der Entsetzlichkeiten die sich in den Büchern ereignen und zum anderen durch meine eigenen Gedanken dabei. Ich bin oft schier entsetzt über meine eigene Brutalität, der ich beim Lesen von Stephen Kings Büchern unbewusst freien Lauf lasse. Eine Leistung die heutzutage wenige bis kaum andere Schriftsteller erreichen, so viele Empfindungen und Gefühle in dem Leser gleichzeitig zu wecken. Er schafft in seinen Büchern eine Illusion von Sicherheit, eine Trügerisches Bild von Geborgenheit, das sich oft gegen den Leser selbst wenden kann. Stephen King ist für mich ein absoluter Meister seines Faches, der unglaublich guten Horror schreiben kann, aber auf seine ganz eigene Art und Weise. 


Eine der schönsten Legenden um die literarischen Anfänge von Stephen King behauptet, dass die Studentin Tabitha King, verheiratet mit dem damaligen Englischlehrer Stephen King, das Manuskript zu einen Horror Roman im Papierkorb findet und ihren Ehemann dazu überredet dieses Werk namens Carrie fertig zu schreiben und einigen Verlagen zu reichen. Da sich zu Beginn der 70er Jare keine für neue phantastische Geschichten interessierte, weil Autoren wie Brandbury, Bloch, Dahl oder Straub den Markt schon abdeckten, hatte der Autor große Mühe seine Texte bei den Verlangen unterzubringen, denn niemand interessierte sich für einfache, triviale Horrorgeschichten. Das wir heute die Meisterwerke dieses besonderen Schriftstellers lesen können, verdanken wir einem junger Lektor des Doubleday Verlags aus New York, der das dünne Bändchen mochte. Das Wunder geschah, und es sollte das Leben der Familie King, die bis vor kurzem in einem Wohnwagen hauste, entscheidend verändern: Der Doubleday Verlag verkaufte über 13 000 Exemplare von Carrie als Hardcover, für das Buch eines Anfängers eine bemerkenswerte Anzahl. Die erste Taschenbuchauflage eines King Buchs, ging fast Zweieinhalbmillionen Mal über die Ladetecken der Buchhandlungen in den USA. Ein Kritiker des Chicago Tribune  war der Erste, der die Frage nach einem Phänomen King zur Diskussion stellte. Carrie zusammen mit Kings anderen Büchern und deren zahlreichen Übersetzungen erreichen eine gedruckte Gesamtauflage von über 200 Millionen Exemplaren weltweit - nur die Bibel läuft noch besser!
Carrie trug seinem Schöpfer schnell den Ruf eines Edgar Allan Poe des 20. Jahrhunderts ein. 
Fast alle Bücher von Stephen King werden in Deutschland aktuell von dem Heyne Verlag heraus gegeben. 

Ich hoffe ich konnte euch diesen außergewöhnlichen Autor etwas näher bringen, zur Edition Lieblingsautor von der Buchpassion Aktion passt er für mich hervorragend.

Gott, hilf dem Kind von Toni Morrison

Sonntag, 24. September 2017


Original: "God Help the Child" / 2014, Rowohlt Verlag, 208 Seiten, Übersetzer/-in: Thomas Piltz, gebunden mit Schutzumschlag, ★★★★☆ 4 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch

F R E U N D S C H A F T ,   V E R L U S T   U N D   L Ü G E N 

Keine andere Autorin hat über die Jahrzehnte hin den Rassenkonflikt in Amerika so konsequent und leidenschaftlich beschrieben wie die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. "Gott, hilf dem Kind" setzt den mit "Jazz" begonnenen Zyklus fort, in dem Morrison die Situation der Schwarzen in den USA beleuchtet. Ein weiterer großer Roman der im Kampf gegen Rassismus engagierten Autorin.
Lula Ann ist ein so tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter Sweetness bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die junge Familie auf der Stelle verlässt, weil er nicht glauben kann, dass dieses Kind von ihm ist. Sweetness erzieht Lula Ann zu Gehorsam und Unterwürfigkeit, nur nicht auffallen, aus Angst vor rassistischen Angriffen.
Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen, in Bride, kleidet sich in provokant strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma, verliebt sich in einen geheimnisvollen Mann und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit.
Zwei starke Frauen, zwei verschiedene Lebensentwürfe, in dem Versuch, sich zu schützen und gleichzeitig zu behaupten. Ein Roman, der zur Weltliteratur gehört.




Auf dieses Buch war ich besonders gespannt, weil es mein erster Toni Morrison Roman war und schließlich ist die Autorin schon mit dem Literaturnobelpreis gekrönt worden. Ich bin erstaunt, mit welcher Leichtichkeit die Autorin ein Bild von unserer Gesellschaft zeichnete, dass unfassbar erschüternd ist und geprägt von tiefverwurzeltem Rassismus und Kindesmissbrauch in jeder möglichen Form.
In ihrem neuen, kurzen aber sehr dichten Roman voller überraschender Wendungen, werden in wechselnden Perspektiven die Geschichten von Menschen erzählt, die alle unter einem dunklen Geheimnis aber auch unter ihrer Vergangenheit zu leiden haben. 
Gott, hilf dem Kind ist ein Buch voller Altersweisheiten, in dem es neben immer noch wirksamen Folgen des Rassismus in den USA auch um Verantwortung und um menschliche Fehlbarkeit und Schuld geht. Dabei präsentiert Toni Morrison dem Leser die verschieden Facetten des afroamerikanischen Selbsthasses, aber auch die Schatten einer schwarzen Kindheit. 
Wir begegnen vier verschiedenen Ich-Erzählerinnen, die zunächst lose Fäden verteilen, die sich erst später für dem Leser zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen. Und natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte. Auch der Mann trägt, wie unsere Protagonistin, ein Kindheitstrauma mit sich herum, das dazu führt, dass die Beziehung in die Brüche geht. 


Der leichtfüßig Schreibstil mildert die Härte der Geschichte einigermaßen ab, sie verliert aber dadurch nicht ihre Wirkung. Ein angenehmer und leicht zu lesender Roman, welcher stilistisch ausgesprochen gut aufgebaut ist und dem jegliche Tiefpunkte in denen sich der Leser langweilen könnte fehlen. Ein Stück großartige Literatur, dass sich als berührend, traurig, authentisch und sehr realitätsnah erweist.
Gott, hild dem Kind ist ein Buch, dass uns Allen zeigt, welche Dämonen in uns schlummern, welche Hypotheken auf uns, ob bewusst oder unbewusst, lasten können. Wie man damit umgeht und wie und wann man los lässt.
Obwohl es Themen wie Freundschaft, das Mutter sein, Verlust, Lügen und die verschiedenen Facetten der Wahrheit aus den unterschiedlichen Perspektiven angesprochen werden, wurde dies meiner Meinung nach nur an der Oberfläche angeschnitten. Zugegebenermaßen liest sich der Roman dadurch leichtfüßig, nichtsdestotrotz fehlt die Tiefe im Bezug auf die verschiedenen Figuren aus deren Perspektiven erzählt wird. Ich finde das Buch dennoch empfehlenswert, denn es muss doch nicht immer literarische Schwerkost sein.


Carrie von Stephen King

Montag, 18. September 2017


Original: "Carrie" / 1976,Bastei Lübbe Verlag, 320 Seiten, Übersetzer/-in: Wolfgang Neuhaus, broshiert, ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als BucheBook oder Hörbuch

E I N   K I N G   K L A S S I K E R

Carrie war schon immer anders. Wegen ihrer unbeholfenen Art ist sie in der Schule eine Außenseiterin und wird gnadenlos gehänselt. Zu Hause leidet sie unter dem religiösen Fanatismus ihrer Mutter. Nur ein einziges Mal fühlt sich Carrie so wie alle anderen Mädchen: Als sie zum Schulball eingeladen wird. Doch der Abend endet nach einem grausamen Streich in einer Katastrophe. Denn Carrie ist beseelt von einer unheimlichen Gabe. Einer Gabe, die sie ein Inferno entfesseln lässt, gegen das die Hölle wie ein lieblicher Garten Eden aussieht …


Nach meinem ersten King Roman Joyland, wollte ich mehr von dem tollen Schreibstil und den spannenden Geschichten. Allerdings traute ich mich nicht gleich zu den dicken Wälzern zu greifen, die wir von diesem tollen Autor gewöhnt sind. Da egal wo man den Namen von Stephen King hört, auch ebenso von Carrie hört, habe ich mir gedacht, dass es die beste Fortsetzung für meinen Start mit Stephen King ist.
In Carrie spiel Stephen King mit ganz anderen Dimensionen als ich von Joyland gewöhnt war oder allgemein von Büchern. Dimensionen durch die man gleichzeitig, fasziniert, entsetzt, angeekelt und berauscht wird. Eine Leistung die heutzutage wenige bis kaum Schriftsteller erreichen, so viele Empfindungen in den Lesern beim Lesen gleichzeitig zu wecken. 
Mir fiel es oft schwer weiter zu hören oder zu lesen. Ich war oft schockiert, zum Teil wegen der Entsetzlichkeiten, die sich in dem Buch ereignen und zum anderen durch meine eigenen Gedanken dabei. Denn das, was die Hauptperson Carrie White erleben musste ist ein Albtraum. Nichtsdestotrotz blieb ich über das ganze Buch hinweg von der Geschichte fasziniert und was die Ereignisse in mir aufweckten. Obwohl die grausame Rache von Carrie viele Leben beendet, hat der Leser nicht ein einziges Mal den Gedanken, dass sie ungerecht handelt. Insgeheim liest man die Worte, die ihre grausame Rache beschreiben und denkt sich, sie haben es verdient, sie haben es alle verdient und ist schier entsetzt über seine eigene Brutalität.
Es zeigt sich schon am Schreibstil, dass der Meister des Horrors, keine Tabus und Grenzen kennt. King schont den Leser nicht und somit werden die hässlichsten menschlichen Gedanken beschrieben, die einem einen Schauer den Rücken hinunter jagen.
Darüber hinaus übt er Kritik an den verschiedensten zentralen Themen unserer Gesellschaft die auch heute noch sehr Aktuell sind, wie Mobbing, Fanatismus, Egoismus und vieles mehr. 




Stephen King erzählt aus verschiedenen Perspektiven Carries Leben, teilweise aus der der Leuten, die sie kannten, die manche Dinge miterlebt hatten, aber auch die Sicht ihrer Peiniger, die man aufhalten möchte und doch nur zusehen kann. Dabei greift King zu ungewöhnlich Mitteln, die mich vom Anfang an begeistert haben. Er benutzt Zeitungsausschnitte, Berichte aus fiktiven Büchern oder teilweise wissenschaftliche Abhandlungen um das Phänomen Carrie aufzuschlüsseln. King schafft nicht nur die Gedanken seiner Perspektivträger realistisch wiederzugeben sondern auch rasch die Geschichte voranzutreiben. Durch die vielen verschiedenen Ansichten, entsteht eine abgerundete Persöhnlichkeit unserer Protagonistin Carrie, und der Leser kann gut die Beweggründe und Gedanken verstehen. Gerade weil alle sie nur als Objekt sehen, für das sie irgendwie schon Mitleid aber vor allem Abscheu und Angst empfinden, sieht man sich als Leser zugehörig zu ihr. Aber da man weiß, was unausweichlich kommen wird weil es so kommen muss, aber nichts dagegen tun kann, verspürt man ebenfalls eine gewisse Hilflosigkeit.
Als einziger nimmt man alle Teile der Geschichte war, die sich nach und nach zu einem schlüssigen Puzzle entwickeln. Man sieht die Katastrophe, ihre Anfänge, ihre Gründe und ihre Auswirkungen, ohne etwas dagegen tun zu können.
Und nicht immer geht Srephen King dabei in chronologischer Reihenfolge vor. Er nimmt den Leser gerne bestimmte Ereignisse vorweg, fügt andere hinzu, so dass der Leser das Ende vorzeitig erfährt. Dies zerstört nicht der Spannung wie es in vielen Fällen wäre. King bricht somit buchstäblich das Herz der Leser, durch den entstehenden Wunsch das ganze Unglück aufzuhalten und dennoch nichts tun zu können.
Ich war die ganze Zeit extrem kribbelig und angespannt während ich das Buch gelesen habe, denn diese Spannung, die Brutalität und die Psychospielchen haben es eindeutig in sich! Carrie ist für mich ein durchweg spannender Roman, mit einem noch immer aktuellen Thema, der einfach ausgesprochen gut konzipiert wurde!



Rotlicht von Nora Bossong

Montag, 28. August 2017


Original: "-" / 2017, Hanser Verlag*, 240 Seiten, Übersetzer/-in:-, broschiert, ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch oder eBook

M U T I G   U N D   A U F K L Ä R E N D

Wo sich Geld und Lust begegnen – Nora Bossong erforscht das Geschäft mit der Liebe.

Alles begann mit dem altmodischen Plüsch eines Sexshops. Als Kind traute sich Nora Bossong nur, ihn aus den Augenwinkeln zu betrachten. Als junge Frau aber wagt sie sich in jene Geheimzone, in der Lust nackte Arbeit ist und unsere Sexualität und der Kapitalismus frontal aufeinanderprallen. Sie trifft harmlose Studenten bei Dildo-Präsentationen und altersweise Pornoproduzenten. Sie steht in schäbigen Sexkinos und am Salat-Buffet eines Swingerclubs. Mit funkelnder Beobachtungsgabe erzählt Nora Bossong von einer Gesellschaft, die das Verruchte immer abwaschbarer gestaltet. Und sie stellt die Frage, warum das Rotlichtmilieu die echte Wollust nur an den Mann bringen will – und niemals an die Frau.



Mit einer sehr interessanten Recherche und einer gelungenen Erzählungkunst, führt Nora Bossong den Leser in die Tiefen des Rotlicht Milleus, sowie auch in die der eigenen Gedanken. Als sensible und etablierte Autorin traut sich Nora Bossong, angespornt von ihrer Neugierde, in einen gesellschaftlichen Bereich, der trotz Legalisierung sich noch von archaischen Ordnungen und Regeln leiten lässt. Diese Reportage entwickelt sich zunehmend mit jeder gelesenen Seite zu einer klugen Reflexion über Macht, Abhängigkeit, Freiheit und Geld.
Die Autorin beschreibt die heutige Prostitution ausführlich, anschaulich und differenziert. Sie fasst in zehn Reportagen die Welt des Sex zusammen, über die Erotikmesse, den Tabledance, über Swingerclubs und Sexshops bis in die Sauna im Bordell. Nora Bossong hat in alle möglichen Bereiche hineingeschaut und beschäftigt sich mit dem Geschehnissen vor Ort. Aber mehr noch mit dem, was sie selbst und ihre Begleiter fühlen. Dabei schont sie sich selbst nicht, aber auch nicht ihre Leser, was sich als äußerst interessant und tiefsinnig festellen lässt .


In einem hervorragenden Schreibstil berichtet die Autorin fast schon in Romanform, doch ihre Stories sind nicht erdichtet oder erfunden, sondern brandaktuell. Stellenweise sehr essayistisch, mutig, einfühlsam, respektvoll und vor allem fesselnd geschrieben, stellt die Autorin den Leser vor eine sozialkritische Expedition. Ihr äußert beachtliches Schreibvermögen, die Gesprächen mit den Prostituierten auf Augenhöhe und der sensible Hinblick auf die Szene des Rotlichts, macht aus der Reportage nicht nur einen aufklärerischen Anstoß, sondern ein außergewöhnliches Schreibprojekt, dem man mit hohen Interesse folgt. Nora Bossong beweist in ihrem Buch nicht nur einen bemerkenswerten gesellschaftspolitischen Anspruch an die Literatur sondern auch das hohe Niveau ihres Schreibens. Man folgt der feinsinnigen Autorin, den Logos und dem Wort, gespannt und gerne in die Welt des Triebes und der Macht.

* Vielen Dank an den Hanser Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Das Shakespeare Projekt | Bücher zu seine Werke und seine Welt

Dienstag, 22. August 2017


Lange kam kein neuer Beitrag zum Shakespeare Projekt, somit entschied ich mich dieser Abstinenz ein Ende zu setzen.  Die Hanser Neuinterpretationen von Shakespeares Werken haben mein Interesse an dem großen Dichter und Dramatiker in mir aufgeweckt. So entschied ich mich, dass ich dieses Interesse auch in anderen jungen Leuten wecken will, in dem ich euch die Neuinterpretationen auf meinem Blog näher bringe. Und so nahm das Shakespeare Projekt Gestalt an. Kurz nachdem ich dieses Projekt auf meinem Blog eröffnet habe wusste ich selbst nicht so vieles über Shakespeare. Natürlich hörte ich von William Shakespeare und wusste grob wer er ist und was er getan hat, allerdings habe ich mich noch nie mit ihm oder seinen Werken ausführlicher auseinandergesetzt. Aber für alles gibt es einen Anfang und mein Anfang war das Shakespeare Projekt auf meinem Blog. Ich fing an mich zu informieren und so bin ich auf zwei großartige Bücher gestoßen. Auf der einen Seite ein kleines, dünnes und witzig aufgemachtes Büchlein, dass sich nicht nur als Geschenk perfekt eignet sondern auch fantastisch als eine knappe Einführung in den shakespeareschen Kosmos. Und auf der anderen Seite eine Schatztruhe sowohl für Kenner und Vernarrte von Shakespeare wie auch für Quereinsteiger.
Beide Büchern haben mich bestens informiert und unterhalten. Und ich kann euch beide nur am Herz legen.


Shakespeare! Seine Werke, seine Welt von Katharina Mahrenholz & Dawn Parisi

Original"-" / 2014, Atlantik Verlag*, 80 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ,Übersetzer/-in: - , ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch

Wie heißt die Frau von Othello, warum hat König Lear seine Lieblingstochter enterbt oder auch auf welcher Insel spielt "Der Sturm"? Fragen dieser Art und zahlreiche andere, Antworten die beide Autorinnen in ihrem Werk Shakespeare! Seine Werke, seine Welt. Kompakt und mit vielen Witzen überseht stellen Katharina Mahrenholz und Dawn Parisi in Wort und Bild Shakespeares Welt und dessen Werke dar.


Shakespeare! Seine Werke, seine Welt ist eine abenteuerliche Reise hinter die Kullisen der Welt des größten Dichters aller Zeiten. Das Buch ist klein, dünn, einfach und witzig aufgemacht, aber dennoch voller Informationen, die einen in den Shakespeareschen Kosmos einführen. Es macht Spaß, gerade deshalb weil es einem den großen Dichter so nahe bringt und uns die Zeit voller Intensität und Phantasie erahnen lässt, in der Shakespeare gelebt hat.


Es bereitet einem Freude in diesem Büchlein zublättern, um sich entweder auf das nächste Werk von Shakespeare das gelesen wird oder auf den nächsten Theaterbesuch vorzubereiten. Die knappe Ausführung und die klare Aufteilung macht Shakespeare! Seine Werke und seine Welt zu dem perfekten Buch für schnelle Informationen. Eine erfrischende und lebhafte Einführung, perfekt für diejenigen von euch, die den großen Dramatiker kennenlernen wollen.


Shakespeare und seine Welt von Günter Jürgensmeier

Original: "-"/ 2016, Galiani Berlin Verlag*, 816 Seiten, gebunden mit Leinen mit Halbschlaufe, Übersetzer/-in:-, ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch

Wer Shakespeare und seine Welt schon kennt und sich eher etwas anspruchsvolleres und tiefgründigeres wünscht, soll dann zu dem Buch vom Galvani Berlin Verlag greifen. Shakespeare und seine Welt bietet zum ersten Mal vollständig und auf deutsch die wichtigsten Quellen von Shakespeare. Ergänzt wurde dieser außergewöhnliche Band mit zahlreichen kurzen Einschüben mit Hinweise auf die Einflüsse und Details aus der Welt des großen Dramatikers, die Spuren in den Werken hinterlassen haben, Beispiele für Shakespeares Arbeitsweise sowie Informationen zu besonderen Ereignissen und Zeiterscheinungen, aus seiner Zeit.


Dieses Buch eignet sich sowohl für Kenner und Vernarrte der shakespeareschen Welt, wie auch für Quereinsteiger. Wer dieses Buch aufschlägt, begibt sich in ein Fest voller großartiger Sammlungen von Abbildungen, Karten und Textdokumenten. Eine Truhe voller Schätze von der Antike bis ins 17. Jahrhundert. Es ist eine Lust und Freude, darin zu blättern oder aufmerksam zu lesen. Natürlich ist Shakespeare und seine Welt kein Buch das man am Stück lesen kann, aber man kann genauso eine Stunde wie auch eine ganze Woche mit diesem Buch verbringen ohne sich zu langweilen.
Deutschlandradio Kultur beschrieb dieses Buch als ein Fest für Wissbegierige, Büchernarren und Theaterliebhaber und ich kann mich dem nur anschließen.

* Vielen Dank an den Atlantik Verlag und Galiani Berlin Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Was alles war von Annette Mingels

Samstag, 19. August 2017


Original: "-"  / 2017, Knaus Verlag*, 288 Seiten, Übersetzer/-in:-, gebunden, ★★☆☆☆ 2 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch, eBook oder Hörbuch

K A L T ,  D I S T A N Z I E R T  U N D   F A R B L O S S

Für ihre Eltern war Susa das lange ersehnte Kind, es fehlte ihr an nichts. Dass sie adoptiert wurde, hat sie nie gestört. Als erwachsene Frau verspürt sie zwar eine leichte Neugier auf die leibliche Mutter, aber als sie Viola kennenlernt, ist diese für sie eine Fremde. Doch das Treffen setzt mehr in Bewegung als vermutet. Die Frage, was Familie eigentlich ausmacht, erhält für Susa eine neue Bedeutung, auch, weil sie sich in Henryk verliebt, der zwei Töchter mit in die Beziehung bringt.


Alles was war von Annette MIngels ist eine der Arten von Büchern, die von Medien und Lesern gehypt werden und auf zahlreichen angesagten Listen wiederzufinden sind, mir hat es allerdings überhaupt nicht zugesagt. Als ich den Klappentext las, fand ich es sehr interessant und spannend und wollte so schnell wie möglich anfangen zu lesen und mich dieser Geschichte völlig zuwenden. Leide, war das Buch doch nicht so gut wie erwartet. 

Das versprochene Geschehen rund um die Geschichte der Adoption und der Mutter die sich unverhofft meldet wird eher links liegen gelassen und dafür eine Familiengeschichte rund um unsere Protagonistin serviert. Obwohl die Geschichte in sich stimmig war, fand ich dennoch das Buch streckenweise langweilig und legte es weg um zu einem anderen Buch zu greifen. Dieses Buch konnte für mich viel zu wenig leisten und mich kaum packen. Ich ertappte mich oftmals dabei, dass ich mir Entschuldigungen aussuchte um nicht wieder zu dem Buch greifen zu müssen. 



Auch der Schreibstil von Annette MIngels bereitete mir große Schwierigkeiten.  Die Autorin hat eine sehr gewöhnungsbedürftige Schreibart, die mir nicht nur den Einstieg schwer machte sondern auch das ganze Buch. Lange habe ich gedacht, dass ich das Buch abbreche, habe mich doch noch ein paar weitere Seiten durchgebissen, um es dann doch endgültig aufzugeben.  Das Fehlen direkter Dialoge und die distanzierte Schreibweise sorgten dafür, dass ich keine richtige Verbindung zu den Protagonisten aufbauen konnte, aber auch, dass ein Teil der Lebendigkeit der Geschichte verloren geht. Für mich wirkte dies nicht als wäre der Schreibstil von Annette Mangels etwas besonders, sondern eher erzwungen und unnatürlich.
Sobald wir die Laternen hinter uns lassen, erhellt nur der Mond das Ufer, pockennarbig, rund und gründlich steht er am Himmel und versteckt eifersüchtig seine Sterne hinter den Wolken
Auch zu den Charakteren konnte ich keinen Draht finden. Sie sind mir über das ganze Buch hinweg fremd geblieben und konnten keine Emotionen in mir wecken. Dieses schien mir so farblos und nichts sagend, das lag zum einen am Schreibstil aber auch daran, dass ich etwas anderes erwartet hatte. Besonders die Protagonistin, Susa, war mir zu anstrengen in ihrer Art. Mal liebevoll und herzlich, mal aufgeschlossen und distanziert.

Abschließend finde ich es schade, dass es so gekommen ist. Ich hatte mir mehr und vor allem etwas anderes von diesem Buch versprochen. Aber ich ermuntere euch, euch ein eigenes Bild davon zu machen, denn obwohl das Buch nichts für mich gewesen ist, kann es genau das passende für euch sein.

*Vielen Dank an den Knaus Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!
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